Von Barßel ĂŒber Syrien nach Birkenwerder

Norbert Hagen liebt seinen Garten, auch wenn sein Beruf als Vermessungsingenieur und vor allem der anstehende BĂŒrgermeisterwahlkampf in Birkenwerder ihm derzeit wenig Zeit lassen, die Idylle zu genießen. Doch eines ist ihm heilig: Zu Hause wird nicht gearbeitet. Lieber bleibt Hagen lĂ€nger im BĂŒro, was aber so oft nicht der Fall ist. Mit einem Lachen entwaffnet er seine Frau, die gerade etwas entgegnen will.
In Barßel wurde Norbert Hagen 1958 geboren. Nach der Schule kam er zum Studium nach Berlin: Vermessungswesen und GeodĂ€sie. Danach folgte ein Job in der LagerstĂ€ttenforschung, um nach abbaufĂ€higen Öl- und Gasfeldern zu suchen. Zwei Jahre lang sammelte Hagen in der Praxis Erfahrungen. Als dann jedoch die Firma in Libyen aktiv wurde, verzichtete Hagen sozusagen auf die Gastfreundschaft Gaddafis. „Das war mir damals einfach  zu heiß, und damit meine ich nicht nur die Temperaturen in der WĂŒste“, erklĂ€rte er.
Ins Ausland zog es ihn dennoch, nach Syrien, Jordanien und in die Ost-TĂŒrkei im Auftrag des Deutschen ArchĂ€ologischen Institutes. Bis 1988 lebte er aus der Reisetasche, die er regelmĂ€ĂŸig in verschiedene Ausgrabungsgebiete mitnahm.

Der parteilose Vermessungsingenieur Norbert Hagen will den Chefsessel im Rathaus erobern

Doch dann kam auch fĂŒr ihn der Zeitpunkt, sesshaft zu werden – und das war in Berlin. Bei der Bahn fand Hagen eine interessante Aufgang beim U-Bahnbau in Reinickendorf. Nach der Wende wechselte er Anfang der 90er Jahre mit seinem BĂŒro nach Hennigsdorf und 1993 weiter nach Hohen Neuendorf.
Als Ehemann und Vater brauchte er schon Überzeugungskraft, um die Familie aus der Großstadt zu locken. Doch da kam ihm sein Job zur Hilfe. Der fĂŒhrte ihn unter anderem nach Birkenwerder, wo die Familie fĂŒndig wurde. Birkenwerder liegt einfach toll. Es hat eine gute Siedlungs- und Infrastruktur. Ob das Rathaus, die Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten – alles ist zu Fuß zu erreichen. Außerdem ist es mit der S-Bahn ein Katzensprung nach Berlin. Das hat uns super gefallen, da musste die Familie einfach zustimmen“, zeichnet sich auf Hagens Gesicht ein verschmitztes LĂ€cheln ab. So wurde also gebaut, ein Mehrfamilienhaus, „falls wenigstens einer unserer sechs Kinder einmal bei uns bleibt“.
Der Weg in die Kommunalpolitik war fĂŒr Hagen nicht schwer. „Ich bin in einem 80-Seelen-Ort aufgewachsen. Da war es Usus, die Nachbarn zu kennen und etwas fĂŒr die Gemeinschaft zu tun“, erzĂ€hlt er. „Deshalb habe ich mich auch von der CDU, ohne Mitglied werden zu mĂŒssen, fĂŒr das Kommunalparlament aufstellen lassen.“ Dem Ortsentwicklungsausschuss steht er dort vor. Die Entwicklung Birkenwerders vorantreiben, dass will er auch machen, sofern er den Chefsessel im Rathaus erobern kann. „Birkenwerder hat Potenzial, um ein lebendiger und liebenswerter Ort zu werden.“

Quelle: Oranienburger Generalanzeiger, Volkmar Ernst.