GEMEINDEENTWICKLUNG: Birkenwerder schmiedet Pläne

Der Name ist ein wahrer Zungenbrecher: „Integriertes Gemeindeentwicklungskonzept Birkenwerder“. Was unter so hochtrabender Bezeichnung daherkommt, beschreibt etwas Bodenständiges, das alle Einwohner von Birkenwerder betrifft. Denn das Konzept zeigt auf, an welchen Stellen Birkenwerder mit welchen Projekten entwickelt werden sollte. Und es schreibt die Leitlinien für den Weg dahin und die Prioritäten für eine sinnvolle Reihenfolge fest.
Das Konzept entstand unter Federführung von Sabine Slapa, Geschäftsinhaberin des Büros die Raumplaner. Beteiligt waren viele Einwohner, indem sie Fragebögen ausgefüllt und an Veranstaltungen teilgenommen haben. 120 Interessenten fand allein die Bürgerkonferenz Mitte Juni. Heute präsentiert Sabine Slapa also während einer öffentlichen Bürgerversammlung die Arbeitsergebnisse, darunter die Grundzüge einer Bestandsaufnahme samt Analyse sowie die daraus abgeleiteten insgesamt 30 Projektvorschläge. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Pestalozzigrundschule. Dieser Abend bietet die Möglichkeit zum Mitdiskutieren und mündet in die Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses.

30 Projekte, um die Ortsmitte zu stärken, zu entwickeln und zu revitalisieren

Mit dem Konzept ändere sich noch nichts an der unbefriedigenden Situation in Birkenwerder, stellte Ausschussvorsitzender Norbert Hagen (parteilos) gestern während eines Pressegesprächs fest. Es sei jedoch die Grundlage dafür, dass sich etwas ändern kann. Hagen: „Das größte Stück Arbeit liegt noch vor uns.“ Schließlich bedürfe es zusätzlich noch der Akteure, „die das beherzt angehen“. Denn das konkrete Projekt sei das eine. Das andere sei es, das Geld für dessen Umsetzung aufzutreiben. Die Planung sei jedoch der Schlüssel, um in Förderprogramme überhaupt aufgenommen werden zu können.
Das Konzept komme genau zum richtigen Zeitpunkt, sagt Planerin Sabine Slapa. Denn die Landespolitik habe sich dahingehend geändert, dass nicht mehr nur die ohnehin Starken noch weiter gestärkt würden. Ihr sei zudem keine andere Kommune in Brandenburg bekannt, die ein integriertes Gemeindeentwicklungskonzept besitzt. 30 000 Euro an Eigenmitteln wurden dafür in Birkenwerder aufgebracht. Das erklärte Ziel ist die „Stärkung, Weiterentwicklung und Revitalisierung des Ortszentrums“.
Die Leitlinien zeigen in elf Themenbereichen auf, wie Birkenwerder derzeit ist – und wie es werden möchte. Das Spektrum reicht von der Siedlungsstruktur bis hin zum Selbstverständnis.
Überdies werden fünf Leitbilder formuliert. Ihnen werden drei Funktionen zugeschrieben: Identifikation, Orientierung und Legitimation. Die Leitbilder: Kerniges Birkenwerder – unsere Mitte hat’s in sich, Gesundes Birkenwerder – Bindeglied zwischen Großstadt und Natur, Kooperatives Birkenwerder – Zusammenarbeit auf allen Ebenen, Innovatives Birkenwerder – vorwärts mit neuer Energie sowie Lebenswertes Birkenwerder – hier können sich alle wohlfühlen.
30 Projekte mit unterschiedlicher Priorität wurden aus den Analysen und Leitbildern abgeleitet. Beispiele sind die Nachnutzung der Fläche am Rathaussteig an der Hauptstraße, die Nachnutzung des Ärztehauses, die Umgestaltung oder Nachnutzung der Flächen südlich des Rathauses, die Nachnutzung des Alten Postgebäudes, die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes an der Clara-Zetkin-Straße und Maßnahmen zum Verbessern der Einkaufssituation im Ortszentrum.
Wem Birkenwerder am Herzen liegt, den erwartet heute also ein interessanter Abend. 
Quelle: Märkische Allgemeine, Helge Treichel