BÜRGERMEISTERSTICHWAHL: Aufrechter Gang und stolzer Zweiter
In Birkenwerder rechnen sich beide Kontrahenten gute Chancen aus
 „Es ist nicht viel anders gekommen, als ich es prognostiziert und mir gewünscht hatte“, sagte Norbert Hagen. Für den von der CDU unterstützten unabhängigen Bürgermeisterkandidaten stimmten 1698 Wähler (33,6 %). „Ich freue mich sehr über das entgegengebrachte Vertrauen“, resümierte Hagen. „Aufrechten Ganges“ gehe er am 11. Oktober in die Stichwahl. „Mein Engagement für Birkenwerder muss ich nicht verstecken“, sagte Hagen. Im Gegensatz zu Mitbewerber Henrik Lehmann sei er bereits eine ganze Weile kommunalpolitisch aktiv.
Für SPD-Kandidat Henrik Lehmann hatten 1332 Einwohner gestimmt (26,4 %). „Wir sind sehr glücklich, ein so tolles Ergebnis erreicht zu haben“, sagte Lehmann gestern mit Blick auf die vorangegangenen Wahlen in der Gemeinde. In Birkenwerder habe die SPD auf allen Ebenen zulegen können. „Ich bin stolz, so klar und deutlich in die Stichwahl zu kommen“, betonte der SPD-Kandidat. In Hohen Neuendorf sei vorgemacht worden, wie ein Kandidat der CDU überflügelt werden kann. „Das haben wir uns auch für Birkenwerder vorgenommen.“
Werner Lindenberg (Bürger für Birkenwerder), der mit 662 Stimmen (13,1 Prozent) auf Platz drei der Bürgermeisterwahl gekommen war, betrachtet dieses Ergebnis „realistisch“. „Wo große Parteien und Kapital hinter den Kandidaten stehen, da läuft der Wahlkampf auch in der Gemeinde wie zum Bundestag“, resümiert Lindenberg. Die „Bürger für Birkenwerder“ werden sich in den nächsten Tagen beraten und dann äußern, welchen Kandidaten sie bei der Stichwahl unterstützen. „Keineswegs beteiligen wir uns an einem schmutzigen Wahlkampf“, sagte Lindenberg.
Bärbel Lange (Die Linke) bekam 531 Stimmen (10,5 %). „Ich bin über das Wahlergebnis persönlich nicht enttäuscht, aber politisch besorgt“, sagte Lange. Denn beide Kandidaten hätten kein konsequent soziales und ökologisches Programm, das Birkenwerder so dringend brauche. Für eine Wahlempfehlung der Linken sei es deshalb noch zu früh. Als „toll“ lobte sie die Wahlbeteiligung von 80,6 Prozent.
„Meine erste Reaktion war Enttäuschung. Ich hatte gehofft, in die Stichwahl zu kommen“, so Gunda Hübschmann zur Bürgermeisterwahl. An ihrem Namen hatten 494 Wähler ihr Kreuz gesetzt (9,8 %). Ihre Fraktion Grünes Bürgerbündnis Briesetal berate heute über eine mögliche Kandidatenempfehlung für die Stichwahl.
Den geringsten Zuspruch hatte Einzelkandidat Karl-Heinz Jankowski, dem 336 Wähler ihre Stimme gaben (6,6 %). Er bezeichnet sein Abschneiden als „etwas enttäuschend“. „Ich hätte mir mehr erhofft.“ Eine Empfehlung für die Stichwahl mochte auch er noch nicht aussprechen.
Quelle: Märkische Allgemeine, Helge Treichel und Helga Gerth