VEREINSLEBEN: Warten auf die Reparaturen

Sportler unruhig und verĂ€rgert / BĂŒrgermeister Vetter will Signal vom Land abwarten

Das Chaos, das die Bombensprengung Anfang April in der Havelstraße hinterlassen hatte, ist beseitigt. Aber sonst hat sich nicht viel getan: Die SchĂ€den an den Vereinsheimen der Angler und der Ruderer sind noch da. Die Wasser- und AbwasseranschlĂŒsse sind tot, die GebĂ€ude somit nur eingeschrĂ€nkt benutzbar. Und die Vereinsmitglieder erfahren nicht, wann dieser Zustand endlich behoben wird.
Deshalb ergriff Ulrich Hoffmann in der jĂŒngsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstag das Wort. Er ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Rudervereins Birkenwerder und bat im Namen der rund 50 Mitglieder darum, dass die Reparaturarbeiten am beschĂ€digten GebĂ€udetrakt aufgenommen werden. Denn den Sportlern lĂ€uft die Zeit davon. „Wir hatten vor, mit Fördermitteln des Goldenen Plans-Ost den beschĂ€digten SanitĂ€rtrakt fĂŒr die Sportnutzung umzubauen“, sagt Hoffmann. Die Sanierung war bis September befristet. Wegen der Bombenproblematik sei der Termin auf Dezember verschoben worden. „Bis dahin mĂŒssen wir die 22 000 Euro abgerechnet haben“, sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer.
Weil der Innenausbau erst nach der Reparatur der GebĂ€udehĂŒlle beginnen kann, machte Hoffman auf die Dringlichkeit aufmerksam. Schließlich habe die Gemeinde ja mehr als 100 000 Euro fĂŒr BombenschĂ€den in den Haushalt eingestellt. Hoffmann: „Unsere Bitte ist, die Mittel nun dafĂŒr zu nutzen.“
Nach einer Pause und einer Kurzbesprechung der Fraktionschefs formulierte CDU-Gemeindevertreter Norbert Hagen das Anliegen: den BĂŒrgermeister zum Handeln zu bewegen. Auch laut Verwaltungschef Kurt Vetter sei es Ziel, die RĂ€ume wieder zur VerfĂŒgung zu stellen. Die Gemeinde wolle jedoch zunĂ€chst klĂ€ren, ob sie in Vorleistung gehen muss. Deshalb werde mit dem Landesministerium Kontakt aufgenommen, um die Frage der Erstattungszahlungen zu beantworten. Zeit genug sei noch. Das sei „bis Ende des Jahres auf jeden Fall geklĂ€rt“, zeigte sich Vetter sicher und sagte: „Wir wollen die Belastung fĂŒr die Gemeinde so gering wie möglich halten.“ Kein Wort ĂŒber die Belastung der Vereine.
Immerhin sprach sich Klaus-GĂŒnter Schnur (CDU/Feuerwehrtreff) dafĂŒr aus, dass wenigstens provisorische Leitungen gelegt werden, falls innerhalb von zwei Wochen keine Entscheidung fĂ€llt. Dass endlich etwas passieren muss, betonte auch Werner Lindenberg von der Fraktion BĂŒrger fĂŒr Birkenwerder. Mangelnde Gewissheit beklagte Hartmut GĂŒnther (Die Linke). Er forderte einen Zwischenbericht in der nĂ€chsten Sitzung.

Genervt von der ungewissen Situation zeigte sich gestern auch Detlef Hemmerling vom Verein „GrĂŒndling“. Seit der BombenentschĂ€rfung am 14. Mai werde zwischen Bombensuchfirma und Gemeindeverwaltung der Schwarze Peter hin und her geschoben, so der Vorsitzende. Jetzt solle ein Gutachten Gewissheit bringen, ob die Wasser- und Abwasserleitungen wieder in die Erde können, ohne dass sich die Risse am Vereinsheim verschlimmern. Dabei stĂŒnden mehrere wichtige Veranstaltungen an. Bereits im Januar seien die Leitungen trotz bevorstehender JubilĂ€umsfeier abgeklemmt worden – ohne Kompromissbereitschaft. Hemmerling: „Jetzt spielt man weiter so mit uns.“

Quelle: Helge Treichel, MĂ€rkische Allgemeine