Trostpflaster LĂ€rmschutz Bewohner der Humboldtallee in Birkenwerder fordert (weitere) Maßnahme

Gegen unnötigen LÀrm in der Humboldtallee wehrt sich Anwohner Raine Brajeska seit mehr als einem Jahrzehnt. Jetzt wurde das Thema im Ortsentwicklungsausschuss Birkenwerder aufgegriffen.

„Das ist reine GehĂ€ssigkeit“, sagt Reiner Brajeska am MAZ-Sorgentelefon. Sogar das Wort Feindschaft bemĂŒht er, um das VerhĂ€ltnis zischen ihm und BĂŒrgermeister Kurt Vetter zu beschreiben. Diesen Eindruck hat der 65-jĂ€hrige im Laufe von zwölf Jahren gewonnen. So lange schon setzt sich der Bewohner der Humboldtallee fĂŒr eine verbesserte WohnqualitĂ€t  in seiner Straße ein. Zwar weist ein Schild mit Aufschrift „ LĂ€rmminderung“ auf eine Bodenwelle hin, die Autofahrer zum Langsamfahren zwingen soll. Aus Richtung Havelstraße gilt zudem ein Durchfahrtverbot fĂŒr Lastwagen. Brajeska fĂŒhlt sich aber weiter gepeinigt vom Kopfsteinpflaster der Humboldtallee.
WĂ€hrend der vergangenen Monate deckte der ehemalige Inhaber einer Elektrofirma und frisch gebackene RuhestĂ€ndler etwas auf, dass aus seiner Sicht ein „Skandal“ ist. Als im Jahr 2000 der Radfernweg Berlin-Kopenhagen gebaut wurde, da sei der BĂŒrgermeister zum Sanieren der Humboldtallee als Teil  dieses Radweges nicht bereit gewesen. Als Beweis legte er einen  umfangreichen Schriftverkehr vor – mit Vetter und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises, die das Radwegeprojekt umgesetzt hatte. TatsĂ€chlich hatten die Planer den damaligen Fahrbahnzustand als gut genug eingestuft. Im Interesse der BĂ€ume wurde auf einen beidseitigen Radweg verzichtet, schreibt Projektassistent Fred HĂŒbner.
Da sich reiner Brajeska mit dieser Problematik auch an Gemeindevertreter gewandt hatte, setzte Norbert Hagen (CDU/Feuerwehrtreff) das Thema kurzerhand auf die Tagesordnung des jĂŒngsten Ausschusses fĂŒr Ortsentwicklung am Mittwochabend. Er selbst schlug Schritttempo vor der Kita vor oder eine Gewichtsbegrenzung der zugelassenen Fahrzeuge. „Hier kommen mehrere Problemen zusammen“, sagte Ausschussmitglied Hans-Dieter Kabsch. Diese ließen sich nur mit einem Tempolimit beziehungsweise mit einer Straßenregelung lösen oder einem unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Ausbau. „Es geht doch um den Radweg vor der Kita“, sagt Werner Lindenberg (BĂŒrger fĂŒr Birkenwerder/FDP) und mahnte an, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dieses WegstĂŒck sei leicht herzurichten, ohne dass dies Millionen verschlinge.
BĂŒrgermeister Kurt Vetter (SPD) warnte davor, das „punktuelle Problem“ nur eines Anliegers zu berĂŒcksichtigen. „Es gibt ganz andere Probleme“, sagte er mit dem Verweis auf den Zustand von Brieseallee und Havelstraße. Mit bestimmten Entwicklungen im Straßenverkehr mĂŒssten Anlieger einfach leben. Er schlug Geschwindigkeitstafeln sowie Hinweisschilder auf die Kita in der Humboldtallee vor – als Maßnahmen ohne große finanzielle Belastung.
Das dies nicht aus den Augen verloren werden dĂŒrfe und sich die Verwaltung drum kĂŒmmern solle, was das Fazit aus Sicht des Ausschussvorsitzenden Norbert Hagen.

Quelle: Helge Treichel, MĂ€rkische Allgemeine