Blick ĂĽber den Tellerrand

Birkenwerders Einwohnerpotenzial liegt bei 11000 Menschen / Leitbild ĂĽberdenken

Die Perspektiven für Birkenwerder sind sehr gut. So lautet das Fazit von Diplom –Ingenieur Norbert Hagen, der die Gemeinde- und Einwohnerentwicklung anhand der Baulandpotentiale untersucht hat. In Birkenwerder könnten demnach in gut 20 Jahren  11 000 Menschen leben.

„Die Analyse ist ein Meilenstein für Birkenwerder“ lobte der berufene Bürger, Arno Bunzel am Mittwochabend im Ortsentwicklungsausschuss die Untersuchung. Er forderte die Lokalpolitiker und die Einwohner auf, eine neue Leitbild-Diskussion zu führen. Das fand auch die Zustimmung von Bürgermeister Kurt Vetter (SPD) sowie weiterer Gemeindevertreter.

Hagen warnte allerdings davor, aus seiner Analyse Schlussfolgerungen  für konkrete Probleme im Ort zu ziehen. „Ich habe Ihnen die Möglichkeiten der Kommune aufgezeigt. Sie entscheiden, ob Sie die Chancen nutzen oder nicht“. Hagen forderte die Gemeindevertreter auf, übe die eigenen kommunalen Grenzen zu blicken. „Es gibt keine andere Region in Brandenburg, die solche ein Potential  hat“, warb er für eine enge Kooperation mit Hohen Neuendorf. Langfristig könnten 45 000 Menschen in Birkenwerder und Hohen Neuendorf  leben, lautet die Prognose von Hagen. „Die Infrastrukturplanung muss sich deshalb stärker an diesem Gebiet orientieren, nicht nur am Bedarf der einzelnen Kommune“, ist der Gutachter überzeugt.

Peter Ligner (Linkspartei) schlug deshalb vor, Kontakt mit dem Hohen Neuendorfer Bauausschuss aufzunehmen, „um eine strategische Diskussion zu beginnen“. Dieser Vorschlag wurde grundsätzlich begrüßt, aber nicht beschlossen.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden von einigen Ausschussmitgliedern als zu optimistisch eingestuft. „Wir werden schon heute unsere kommunalen Grundstücke nicht mehr los“, holte Klaus-Günter Schnur (Feuerwehrtreff) seine Kollegen auf den Boden der Tatsachen zurück. Er forderte dennoch, sich nicht nur um die jungen Neu-Birkenwerderaner zu kümmern,  sonder auch die ältere Bevölkerung im Blick zu behalten.

Die von Norbert Hagen erhobenen Daten sollen jetzt ständig aktualisiert und in einem halben Jahr erneut dem Ausschuss vorgestellt werden.

Birkenwerders Zukunft

Im Folgenden dokumentieren wir wichtige Ergebnisse der Untersuchung:
•    Im Gemeindegebiet gibt es insgesamt 925 Baulücken, von denen 32 9 sofort zur Bebauung zur Verfügung stehen. 582 Baugrundstücke werden zurzeit gering genutzt, z.B. für Datschen, und sind mittelfristig bebaubar.
•    Da einige Areale auch mit Doppelhäusern bebaut werden können, hat der Ort ein Baupotential von 1043 Häusern.
•    Die meisten freien Bauflächen stehen im Norden und Westen der Gemeinde zur Verfügung.
•    Der mögliche Bevölkerungszuwachs aus dem Einfamilienhausbau beträgt den Berechnungen zufolge 3859 Personen. Demnach würden in gut 20 Jahren etwa 11 000 Menschen in Birkenwerder leben. Zurzeit wohnen im Ort 7250 Personen (Stand November 2005)
•    Die Einwohnerzahl in Birkenwerder ist seit der Wende um  38 Prozent gestiegen.
•    Mit einer Maximal-Einwohnerzahl von 11 000 würde die Gemeinde auf einen Einwohnerzuwachs von zirka 110 Prozent seit der Wende zurückblicken können.
•    In den vergangenen Jahren zogen im Durchschnitt jedes Jahr etwa 500 Menschen nach Birkenwerder. Etwa 340 Personen zogen wieder weg. Die Zahl der Geburten und Todesfälle hält sich in etwa die Waage. Daher  ist die Einwohnerbilanz seit 1996 positiv.
•    Die Bevölkerungsstruktur entwickelt sich gegenläufig zum Landestrend. Während landesweit von einer Überalterung ausgegangen wird, wird die Einwohnerschaft Birkenwerders aufgrund des Zuzugs von Familien immer jünger. Das Durchschnittsalter beträgt derzeit 42 Jahre.

Quelle:  Oranienburger Generalanzeiger