Birkenwerder: 11 000 Einwohner möglich

Gemeinde hat noch Platz fĂŒr 1043 EinfamilienhĂ€user/BĂŒro Hagen stellt Untersuchung vor

Die Gemeinde hat gute Entwicklungschancen. Ihre Einwohnerzahl könnte bis 2025 von derzeit knapp 7250 auf zirka 11000 Einwohner anwachsen. Zu diesem Schluss kommt Norbert Hagen vom gleichnamigen IngenieurbĂŒro in Hohen Neuendorf, der im Auftrag der Gemeinde eine Untersuchung der „Baulandpotenziale in Verbindung mit der Einwohnerentwicklung“ vorgenommen hat. Am Mittwochabend im Ortsentwicklungsausschuss stellt er sie vor. Birkenwerder kann sich – unter anderem wie Hohen Neuendorf, das MĂŒhlenbecker Land, Falkensee und Teltow glĂŒcklich schĂ€tzen, zu den wenigen Einwohnerwachstumsregionen im Land zu gehören. Aktuellen Prognosen zufolge wird Brandenburg bis 2020 eine betrĂ€chtlichen Aderlass an BĂŒrgern zu verkraften haben. Zur Verdeutlichung: Der RĂŒckgang wĂŒrde einen Landkreis wie den Kreis Barnim vollstĂ€ndig entvölkern. Wie die Analyse von Hagen ergibt, verfĂŒgt Birkenwerder noch ĂŒber eine betrĂ€chtliche Zahl von bebaubaren FlĂ€chen.

Seine Datenerhebung hat ergeben, dass das Gemeindegebiet insgesamt 925 BaulĂŒcken aufweist. Dabei handelt es sich um 329 unbebaute GrundstĂŒcke, die quasi sofort bebaut werden könnten, um 582 GrundstĂŒcke, die bisher unzureichend genĂŒtzt werden, weil sie zum Beispiel nur mit einer Datsche bebaut sind und um 14 GrundstĂŒcke, die beispielsweise im Wohngebiet gewerblich genutzt werden. Die Hagensche Untersuchung ergibt auch Aufschluss darĂŒber, welche Ortsteile Birkenwerders besonders entwicklungsfĂ€hig sind. Ganz oben steht Birkenwerder-West. Hier gibt es die meisten „klassischen BaulĂŒcken“ (131). Das BĂŒro Hagen fĂŒhrt dies darauf zurĂŒck, dass hier ein angefangenes, aber noch nicht abgeschlossenes Baugebiet vorzufinden ist. Die derzeit minder genutzten GrundstĂŒcke verteilen sich vor allem auf West (155) und SĂŒd (154). Auch Ost weist noch 124 StĂŒck auf. Da in Birkenwerder die EinfamilienhĂ€user dominieren (im Gemeindegebiet wurden nur 99 DoppelhĂ€user und zehn MehrfamilienhĂ€user nachgewiesen) hat sich Hagen betreffs der Baupotentiale auf EinfamilienhĂ€user konzentriert. Er hat errechnet, dass der Ort noch 1043 EinfamilienhĂ€user vertragen könnte. Birkenwerder generiert seinen Bevölkerungszuwachs im Wesentlichen aus dem Zuzug. Hagen hat dabei den Zeitraum von November 2004 bis 2005 nĂ€her untersucht und festgestellt, dass ĂŒberwiegend junge Menschen zuziehen, was sich positiv auf die Altersstruktur der Gemeinde auswirkt. Die heutigen Kinder sind schließlich die Eltern von morgen. Hagen prĂ€gt in seiner Untersuchung den Begriff von einer „jungen Gemeinde in einer alten Welt“, bezogen auf die Vergreisung der Bevölkerung in anderen Landesteilen. Die Studie wurde von der großen Mehrheit der Ausschussmitglieder mit Beifall aufgenommen. Sie kĂ€me „genau zum richtigen Zeitpunkt“, sei „Denkanstoß fĂŒr die weitere Arbeit“, „Meilenstein in der Debatte um die Ortsentwicklung“ und „zentrale Botschaft fĂŒr eine neue Leitbilddebatte“. Nun sei es an der Politik, herauszufinden, „was Birkenwerder will“, um die Entwicklung nicht dem freien Spiel der KrĂ€fte zu ĂŒberlassen. Da Hohen Neuendorf Ă€hnliche Entwicklungspotentiale und daraus resultierende Aufgaben erwachsen, empfahl Hagen beiden Kommunen, ĂŒber den Tellerrand zu schauen und planungsmĂ€ĂŸig zusammenzurĂŒcken. Der Ortsentwicklungsausschuss Birkenwerder will erneut Kontakt mit dem Bauausschuss Hohen Neuendorf aufnehmen.

Quelle:  Helga Gerth, MÀrkische Allgemeine